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Softshelljacke waschen und imprägnieren, ohne sie zu ruinieren

Nadia |

Von Nadia

Eine Softshelljacke imprägnieren heißt: zuerst mit Funktionswaschmittel waschen, dann eine Einwaschimprägnierung ins Waschmittelfach geben und einen zweiten Waschgang starten. Weil Softshell meist keine Membran und kein geschlossenes Futter hat, darf der Stoff durch und durch behandelt werden – der Maschinenweg ist hier der passendere als das Spray. Ruiniert wird eine Softshell dabei nicht vom Waschen, sondern von Weichspüler, zu viel Hitze und davon, dass man das Waschen jahrelang ganz lässt.

Warum Softshell anders reagiert als eine Hardshell

Eine klassische Softshell ist ein elastisches Gewebe: außen dicht gewebt und abriebfest, innen häufig angeraut, damit sie etwas wärmt. Dazwischen sitzt – anders als bei einer Hardshell – keine Sperrschicht. Der Wetterschutz kommt deshalb allein von der wasserabweisenden Ausrüstung auf dem Außengewebe, der DWR-Imprägnierung.

Daraus folgt der entscheidende Unterschied: Lässt die Ausrüstung bei einer Hardshell nach, sieht die Jacke nass aus, bleibt aber dicht – die Membran arbeitet weiter. Bei einer membranlosen Softshell ist der Wetterschutz dann tatsächlich weg. Nachimprägnieren ist hier kein Feinschliff, sondern Grundpflege.

Es gibt auch Softshells mit eingeklebtem Laminat, oft als Dreilagen-Softshell verkauft. Sie fühlen sich steifer an, rascheln leicht und haben innen eine glatte, nicht angeraute Fläche. Diese Bauart wird wie eine Hardshell behandelt, also außen gesprüht. Wo die Außenschicht im Gesamtaufbau steht, klärt der Beitrag zum Schichtsystem und der Überblick zum Zwiebelprinzip.

Wann die Softshelljacke dran ist: der Tropfentest

Der Test dauert eine Minute und braucht nur eine trockene Jacke und etwas Wasser. Ein paar Spritzer auf Schulter, Oberarm und Brust geben: Bleiben runde Tropfen stehen, ist die Ausrüstung in Ordnung. Zieht das Wasser ein und der Stoff wird dort dunkler, ist sie durch.

Teste flächig, nicht an einer einzigen Stelle. Die Ausrüstung geht zuerst dort verloren, wo etwas reibt: an den Schultern unter den Rucksackträgern, an den Oberarmen, am Hüftgurt. Dass der Rücken noch perlt, sagt über die Schulterpartie nichts.

Zwei Hinweise kommen bei Softshell hinzu: Fühlt sich die Jacke nach einer Stunde Nieselregen deutlich schwerer an, hat sie Wasser aufgenommen. Und zieht plötzlich Wind durch, der früher nicht durchkam, liegt das am gleichen Grund – ein vollgesaugtes Gewebe schützt schlechter als ein trockenes.

Softshelljacke waschen: Mittel, Programm, Vorbereitung

Viele Softshells werden aus Angst vor der Maschine zu selten gewaschen – und genau das kostet die Wasserabweisung. Hautfett, Sonnencreme und Schmutz setzen sich auf der Faser ab und ziehen Wasser an, obwohl die Ausrüstung darunter noch intakt ist. Dann bringt eine Wäsche mehr als jede neue Flasche.

Entscheidend ist nicht die Temperatur, sondern das Mittel. Vollwaschmittel und besonders Weichspüler hinterlassen Stoffe in der Faser, die Wasser anziehen – das Gegenteil des Ziels. In die Maschine kommt deshalb ein Funktionswaschmittel ohne Weichmacher und Aufheller; warum normales Waschmittel bei Funktionsstoffen so viel Schaden anrichtet, steht unter Funktionswäsche waschen.

  • Reißverschlüsse schließen, Klettverschlüsse zudrücken, Taschen leeren. Offener Klett scheuert in der Trommel genau die Flächen auf, die wasserabweisend bleiben sollen.
  • War zuletzt Weichspüler in der Maschine, das Fach ausspülen und einen kurzen Leerlauf vorschalten.
  • Programm und Temperatur nach Pflegeetikett, nicht nach Gefühl. Das Etikett der Jacke schlägt im Zweifel jede Angabe auf der Flasche.
  • Nichts aus Merinowolle, Fleece oder Daune dazugeben – diese Schichten sollen Feuchtigkeit weitergeben, nicht abweisen.

Einwaschen oder sprühen: was zu welchem Aufbau passt

Beide Wege funktionieren, sie greifen nur an unterschiedlichen Stellen an. Ein Spray behandelt die Seite, auf die es kommt – bei einer Jacke also außen. Eine Einwaschimprägnierung verteilt sich über das Wasser in der Trommel und erfasst das Gewebe komplett. Dieser Unterschied entscheidet, und zwar nach dem Aufbau der Jacke.

Deine Softshell Woran du sie erkennst Empfohlener Weg
Softshell ohne Membran weich, dehnbar, innen angeraut Einwaschimprägnierung
Dreilagen-Softshell mit Laminat steifer, raschelt leicht, innen glatte Fläche Spray, nur außen
Softshelljacke und Softshellhose zusammen zwei Teile, gleiches Material Einwaschimprägnierung
Nur die Schulterpartie hat nachgelassen Rücken perlt, Schultern saugen Spray, punktgenau
Softshell mit stark angerauter Innenseite fleecige Innenfläche, wärmt deutlich Einwaschen möglich, Spray schont die Innenseite
Laminat innen rissig oder klebrig matte Stellen, löst sich vom Gewebe kein Weg hilft

Die rechte Spalte richtet sich nach dem Aufbau der Jacke, nicht nach der Qualität des Ergebnisses. Sobald hinter dem Gewebe ein Laminat sitzt, gilt die Hardshell-Logik: Die Innenseite soll Wasserdampf abführen und bleibt unbehandelt.

Im Sortiment deckt das Imprägnier Waschmittel den Maschinenweg ab, die Alpenwert Imprägnierung den Sprühweg. Wer beides regelmäßig braucht, bekommt es auch als Set aus Imprägnier- und Funktionswaschmittel; eine Übersicht liegt in der Kategorie Imprägniermittel.

Alpenwert Imprägnier Waschmittel in der 500-ml-Flasche für die Einwaschimprägnierung von Softshelljacken
Der Maschinenweg erfasst auch die Stellen, die man beim Sprühen übersieht – bei Softshell ohne Membran ein Vorteil, weil dort das ganze Gewebe wasserabweisend sein soll.

Softshelljacke imprägnieren in der Waschmaschine

Die Einwaschimprägnierung läuft als eigener, zweiter Waschgang. Beides in einem Durchgang zu erledigen funktioniert nicht – das Waschmittel würde das Imprägniermittel gleich wieder austragen.

  1. Nicht trocknen. Die Jacke kann nass in der Trommel bleiben – anders als beim Spray ist trockener Stoff keine Voraussetzung.
  2. Waschmittelfach ausspülen. Reste von Waschmittel reagieren mit der Imprägnierung und schwächen sie. Das Fach kurz unter Wasser halten reicht.
  3. Mittel einfüllen. Direkt ins Waschmittelfach, dosiert nach Angabe auf der Flasche. Sonst kommt nichts dazu: kein Waschmittel, kein Weichspüler, keine zweite Imprägnierung.
  4. Nur behandeln, was behandelt werden soll. Softshelljacke und Softshellhose gern zusammen, aber ohne Baselayer, Fleece oder Daune in derselben Trommel.
  5. Waschgang nach Pflegeetikett starten. Dasselbe Programm wie beim Waschen, ohne zusätzlichen Spülgang – der würde einen Teil des Mittels wieder austragen.
  6. Hängend trocknen lassen. Beim Imprägnier Waschmittel ist laut Anwendung kein zusätzlicher Trockenschritt nötig; restlos durchtrocknen muss die Jacke trotzdem – auch in Nähten, Bündchen und Kragen. Danach derselbe Tropfentest wie am Anfang, an den Stellen, die vorher gesaugt haben.

Soll stattdessen gesprüht werden, weil hinter dem Gewebe ein Laminat sitzt, gilt die Reihenfolge aus der Anleitung für die Regenjacke: gewaschene, trockene Jacke auf den Bügel, aus 20 bis 30 Zentimetern Abstand gleichmäßig einsprühen, Überschuss abtupfen. Perlt am Ende alles ab, nur eine Schulter nicht, fehlt dort Mittel – diese Stelle lässt sich einzeln nacharbeiten, ohne die Jacke noch einmal in die Maschine zu geben.

Alpenwert Imprägnierung in der Sprühflasche für Softshell mit Laminat und für einzelne Flächen wie die Schulterpartie
Das Spray hat einen Vorteil, den der Maschinenweg nicht bietet: Man kann die Schulterpartie allein behandeln, statt die ganze Jacke zu waschen.

Zum Merken

Imprägnieren ist kein Programmpunkt für den Abend vor der Tour. Solange das Trägerwasser nicht vollständig weg ist, reibt sich die frische Schicht beim ersten Tragen oder Zusammenlegen wieder ab. Wie lange das dauert, hängt an Stoffdicke, Raumtemperatur und Luftfeuchte – deshalb über Nacht hängen lassen und erst danach prüfen, ob es gereicht hat.

Vier Dinge, die eine Softshell wirklich ruinieren

  • Weichspüler. Er hinterlässt wasserliebende Reste in der Faser und verklebt zusätzlich die angeraute Innenseite, die für die Wärmeleistung zuständig ist. Eine Imprägnierung darüber hält kaum.
  • Hitze gegen das Etikett. Elastische Garne und eingeklebte Laminate reagieren empfindlich auf hohe Temperaturen. Verbietet das Pflegeetikett den Trockner, gehört die Jacke nicht hinein – auch nicht, wenn ein Mittel Wärme empfiehlt.
  • Jahrelang nicht waschen. Der häufigste Grund für eine Softshell, die nicht mehr perlt, ist nicht die abgenutzte Ausrüstung, sondern der Schmutzfilm darüber. Sprühen auf eine verschmutzte Jacke versiegelt nur den Schmutz mit.
  • Zu viel Mittel. Der Überschuss trocknet als Film, der Stoff wird steifer und dunkler und perlt trotzdem nicht besser. Bei Softshell fällt das besonders auf, weil die Dehnbarkeit leidet.

Wo Imprägnieren bei Softshell an die Grenze kommt

Eine frisch imprägnierte Softshell ist wasserabweisend, nicht wasserdicht. Bei Dauerregen kommt irgendwann Wasser durch, und daran ändert keine Flasche etwas – das ist eine Eigenschaft der Bauart, kein Mangel der Behandlung. Wer bei anhaltendem Regen trocken bleiben will, braucht eine Hardshell darüber; welche Mittel dort passen, steht im Überblick Jacke imprägnieren.

Zwei weitere Fälle sind keine Pflegethemen: Ist das Gewebe an den Schultern blank gescheuert, fehlt die Faseroberfläche, auf der die Ausrüstung sitzen müsste. Und löst sich bei einer Dreilagen-Softshell das Laminat, ist die Sperrschicht selbst defekt.

Nicht imprägniert werden außerdem die Schichten darunter. Fleece und Merinowolle sollen Feuchtigkeit weitergeben – welcher Midlayer wann passt, ist separat einsortiert. Merino braucht ein Wollwaschmittel ohne Enzyme, siehe Merinowolle waschen. Für Schuhe gibt es ein eigenes Imprägnierspray, alle Mittel liegen in der Kategorie Pflegeprodukte.

Häufige Fragen

Kann ich meine Softshelljacke überhaupt in die Waschmaschine geben?

In der Regel ja, und sie sollte auch regelmäßig hinein – das Pflegeetikett entscheidet über Programm und Temperatur. Der Fehler liegt fast nie im Waschen selbst, sondern im Mittel: Vollwaschmittel und Weichspüler hinterlassen Reste, die Wasser anziehen. Mit Funktionswaschmittel ist die Wäsche der wichtigste Pflegeschritt.

Muss ich eine Softshelljacke nach jeder Wäsche neu imprägnieren?

Nein. Oft reicht die Wäsche, weil nicht die Ausrüstung fehlte, sondern ein Schmutzfilm darauf lag. Mach den Tropfentest, solange die Jacke auf dem Bügel hängt: Perlt das Wasser wieder ab, ist nichts zu tun. Erst wenn es weiter einzieht, kommt die Imprägnierung dazu.

Spray oder Einwaschimprägnierung – was ist bei Softshell besser?

Bei einer Softshell ohne Membran die Einwaschimprägnierung, weil das ganze Gewebe wasserabweisend sein soll und der Maschinenweg nichts übersieht. Sitzt hinter dem Gewebe ein Laminat, ist das Spray richtig: Die Innenseite muss dann Wasserdampf abführen und bleibt unbehandelt. Für eine einzelne Fläche ist das Spray in beiden Fällen sparsamer.

Wird meine Softshell durch Imprägnieren wasserdicht?

Nein. Die Behandlung stellt den Abperleffekt auf dem Außengewebe wieder her, hält aber keinen Druck zurück. Eine Softshell ohne Laminat bleibt auch frisch imprägniert wasserabweisend – für anhaltenden Regen ist sie nicht gebaut.

Die Jacke fühlt sich nach dem Imprägnieren steif an. Was nun?

Das ist meist überschüssiges Mittel, das als Film getrocknet ist. In der Regel lässt es sich mit einem weiteren Waschgang mit Funktionswaschmittel herausbekommen; danach wird knapper dosiert. Bleibt die Jacke steif, war nicht die Dosierung das Problem, sondern vermutlich Hitze – und das ist nicht reversibel.

Alpenwert Imprägnier Waschmittel für die Einwaschimprägnierung von Softshelljacken in der Waschmaschine

Für den Maschinenweg aus diesem Beitrag

Imprägnier Waschmittel

Deckt genau den Weg ab, der bei einer Softshell ohne Membran der richtige ist: Das Mittel kommt direkt ins Waschmittelfach und verteilt sich über das Wasser in der Trommel, sodass das Gewebe gleichmäßig behandelt wird statt nur an der besprühten Seite. Ein zusätzlicher Trockenschritt ist laut Anwendung nicht nötig, die Atmungsaktivität bleibt erhalten. Dieselbe Flasche nimmt Softshellhose und Regenbekleidung gleich mit.

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